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Anspruch: Einsteiger
Strecke: 7km
Gastronomie Empfehlung: mehrere Winzer
Startpunkt: 51°00’49.2″N 13°51’54.8″E

Heute möchte ich euch mitnehmen auf einen kleinen Spaziergang durch die Pillnitzer Weinberge. Die Ausblicke auf diesem Spaziergang sind einfach wundervoll. Man sieht nicht nur Pillnitz von oben, sondern kann bei schönem Wetter sogar bis Pirna schauen. Es ist also eine gute Idee für einen kleinen Sonntagsspaziergang und unterwegs gibt es vielleicht das eine oder andere Glas Wein.

Für das Parken würde ich euch den großen Parkplatz vor dem Schlosspark Pillnitz empfehlen, die Koordinaten findet ihr in der Kopfzeile. Dort müsst ihr allerdings ein Parkticket lösen, was aber mit 3€ für den kompletten Tag auf jeden Fall in Ordnung ist. Der Parkplatz ist riesig und hier sollte immer eine freie Lücke zu finden sein. Des Weiteren bietet er auch Ladesäulen für E-Autos, falls benötigt. Von hier aus lässt sich dann auch super in unseren kleinen Spaziergang starten. Auf geht’s!

Die Maria am Wege

Wandern in Dresden und Umgebung KircheZum „Aufwärmen“ geht es, direkt vom Parkplatz aus, eine steile Straße hinauf. Am oberen Ende sehen wir eine Kapelle. Prinz Georg von Sachsen ließ diese Kapelle 1877 bauen, nachdem zuvor immer die Pillnitzer Schlosskapelle für Gottesdienste genutzt wurde. Geweiht wurde sie dann dem Fest „Maria Himmelfahrt“ am 15.08.1878. Allerdings kam dann auch bald der Name „Maria am Wege“ auf, eine Anlehnung an die Kirche „Maria am Wasser“ in Hosterwitz. Anfangs war die Kapelle nur für die prinzlich/königliche Familie gedacht. Seit 1940 wurde sie dann von der Pfarrei Sankt Petrus Canisius in Pillnitz an Wochentagen und zu kleinen Feiern für Gottesdienste genutzt. 2011 wurde sie dann der Pfarrei Sankt Hubertus unterstellt, welche sie umfassend renovierten und sanierten. Heute steht sie allen Besuchern offen. Die Villa links neben der Kirche war übrigens die Sommervilla von Prinz Georg von Sachsen, die er 1864 bauen ließ.

Pillnitzer Königlicher Weinberg

Wandern in Dresden und Umgebung WeinVon der Kapelle aus geht es weiter in die Weinberge und zu unserem ersten Aussichtspunkt. Oder dem ersten Zwischenstopp für ein Glas Wein. Denn auf dem Weg hoch zum Weinberg kommen wir an einer schönen nostalgischen Holztür vorbei, dem Eingang zum „Pillnitzer Königlicher Weinberg“. Hier kann man bei einem Glas Wein die wunderschöne Aussicht genießen, die bei schönem Wetter bis zur Sächsischen Schweiz reicht. Die Weine, die man hier auf einer kleinen Terrasse zwischen den Reben genießen kann, sind zum größten Teil die „hauseigenen“. Sie werden aus den hiesigen Trauben in der Winzergenossenschaft Meißen sortenrein gekeltert. In der Regel findet man hier die Weinsorten Riesling, Traminer und Weißer Burgunder.

Wandern in Dresden und Umgebung WeinbergEs lohnt sich also hier einen kurzen Stopp einzulegen und in exponierter Lage einen der Weine zu verkosten. Denn hier spielt auch die Erfahrung der Weinbaugemeinschaft mit rein, die es sich u.a. zur Aufgabe gemacht haben, einen sachgemäßen und umweltgerechten Weinbau zu fördern.

Die erste urkundliche Erwähnung des Weinanbaus in Pillnitz liegt über 600 Jahre zurück. Das ca. sieben Hektar große Gebiet, mit den am Fuße liegenden Reihenhäusern, den oben gelegenen Wächterhäusern und den Wegen und Mauern, hat König Friedrich August der Gerechte anlegen lassen. In dieser Form besteht es nun seit über 200 Jahren bis heute.

Wandern auf dem Leitenweg

Wandern in Dresden und Umgebung WeinbergkircheNun geht es weiter auf den Leitenweg. Dieser Weg führt oberhalb der Weinberge bis nach Graupa. Hier fällt einem als Erstes eine Kirche inmitten der Weinberge auf: die Weinbergkirche „Zum Heiligen Geist“. Sie war die erste Kirche, die Matthäus Daniel Pöppelmann baute. Das ist der gleiche Architekt, der auch den Dresdner Zwinger entwarf. Gebaut wurde die Kirche als Ersatz für die Pillnitzer Schlosskirche, denn diese musste der Erweiterung des Schlosses Pillnitz weichen. Grundsteinlegung war am 24.06.1723 im Auftrag von August dem Starken. Nach nur fünfmonatiger Bauphase stand bereits der äußere Bau. Der Innenausbau zog sich dann bis zur Weihe der Kirche am 11.11.1725. Die Turmuhr erhielt sie hingegen erst 1876. Als im Jahre 1976 die Gottesdienste endeten, verfiel die Kirche und ging dann 1983 in das Eigentum der Stadt Dresden über. Daraufhin wurde die Kirche gegen Verfall abgesichert und als Lager benutzt. 

Die Weinbergkirche Pillnitz

Wandern in Dresden und Umgebung WeinbergkircheErst nach der politischen Wende gründete sich 1990 der Verein „Interessengemeinschaft Weinbergkirche Pillnitz e. V.“, welcher versuchte, Spenden für die Restaurierung zu sammeln. Es wurden Fördermittel geworben und Benefizkonzerte gegeben. Sogar auf dem ersten Elbhangfest wurde versucht, Spendengelder für die Kirche zu akquirieren. Alles mit Erfolg. 1991 konnte der Dachreiter rekonstruiert und im darauffolgenden Jahr das Dach neu gedeckt werden. Im Jahr 1993 war dann auch die Außenfassade wieder erneuert und in seiner ursprünglichen Farbe wiederhergestellt. Für die umfangreiche Restaurierung wurde die Interessengemeinschaft dann 1994 mit dem deutschen Preis für Denkmalschutz, der „Silbernen Halbkugel“, ausgezeichnet.

Heute steht die Kirche unter Denkmalschutz und ist ein Wahrzeichen der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal. So wird die Kirche vorwiegend für Hochzeiten, Konzerte und Ausstellungen genutzt. Auch finden hier einmal jährlich ein Frühlingsfest, im Oktober ein Weinfest und am dritten Adventssonntag ein Weihnachtsmarkt statt.

Wandern in Dresden und Umgebung WeinbergeWir gehen weiter auf dem Leitenweg entlang. Hier einen einzelnen Aussichtspunkt zu erwähnen wäre überflüssig, da der gesamte Weg so viele Möglichkeiten bietet, um den Blick über das Land schweifen zu lassen. An einer Stelle kommen wir auch an einem schön angelegten „Zickzackweg“ vorbei, der mitten durch die Weinberge führt. Viel an Informationen konnte ich dazu nicht finden, aber er war wohl einer der Hauptversorgungswege für die Weinberge, um auch mit größeren Karren von oben an die Weinberge heran zu kommen. Weiter geht es dann immer am oberen Rand der Weinberge entlang bis in den Wald. 

Weinanbau auf der Rysselkuppe

Wandern in Dresden und Umgebung RysselkuppeHier stoßen wir nach kurzer Zeit auf die sogenannte Rysselkuppe, die nach dem früheren Besitzer Gottfried von Ryssel benannt wurde. Diese ist nicht nur ein toller Aussichtspunkt, sondern auch ein kegelförmiger Weinberg. Und nach diesen beiden Dingen muss man auch die Geschichte dahinter unterscheiden. Der untere, vorwiegende flachere Teil des Berges wurde auf der Ostseite bereits seit dem 17. Jahrhundert bewirtschaftet. In den 1830ern wurde dann eine Erweiterung des Rysselschen Weinbergs beschlossen. Die Kuppe selbst gehörte zu der Zeit noch nicht zum Weinberg. Der westliche Teil gehörte zu der Zeit noch zum königlichen Forst und war größtenteils bewaldet. 1937 wurden dann beide Grundstücke an die königliche Weinbergsverwaltung abgetreten, wo die auch heute noch existierenden Begrenzungsmauern errichtet wurden. Am Ende des 19. Jahrhunderts wird dann mit dem Ende des Weinanbaus auch das erste Mal der Name Rysselkuppe in Karten erwähnt. Heute bewirtschaftet den Berg der Winzer Klaus Zimmerling zusammen mit der Bildhauerin Małgorzata Chodakowska. An ihrer Gastwirtschaft kommen wir als nächstes vorbei, ein Gläschen Wein ist also nicht mehr weit.

Wandern in Dresden und Umgebung Säschische SchweizWir gehen weiter und kommen noch einmal an einem wunderschönen Aussichtspunkt vorbei. Hier können wir einen beispiellosen Blick in die Sächsische Schweiz genießen, bevor wir den Berg hinabgehen. Nicht wundern, auf dem Weg stehen wir dann auf einmal vor dem Tor eines Privatgrundstücks. Die Besitzer erlauben es den Wanderern und Spaziergängern aber hier durchzugehen. Linker Hand des Tores gibt es eine Metalltür. Diese erst in die eine Richtung klappen, durchtreten, zurück klappen und zack ist man auf der anderen Seite. Wir mussten beim ersten Mal zweimal hinschauen, deswegen erwähne ich es hier kurz. Auf der anderen Seite des Grundstücks geht es dann durch eine Drehtür. Übrigens,  Hunde sind anzuleinen!

Das Weingut von Klaus Zimmerling

Wandern in Dresden und Umgebung Klaus ZimmerlingWir gehen ein Stück durch Oberpoyritz und auf den Bergweg. Hier kommen wir dann auch gleich am besagten Weingut von Klaus Zimmerling entlang, wo wir uns einem herrlichen, neu erbauten Ambiente ein weiteres Glas Wein gönnen können. Weiter geht es danach dann immer den Bergweg entlang, vorbei an einer Trödelscheune, den Wollschweinen und einigen Besenwirtschaften. Denn wer noch mehr Wein verkosten möchte, soll hier nicht zu kurz kommen. Auf dem Weg zurück Richtung Pillnitz verkaufen noch einige Winzer ihren Wein. 

Wandern in Dresden und Umgebung Weinbergkirche PillnitzWer sich die Weinbergkirche noch einmal aus der Nähe anschauen möchte, sollte hier dann nicht den Abzweig verpassen. Zwischen den alten Reihenhäusern am Fuße der Weinberge, geht ein Feldweg rechts weg zur Weinbergkirche. Ein Abstecher lohnt sich. 

Danach geht es dann weiter nach Pillnitz.

Spaziergang am Schloss Pilnitz

Wandern in Dresden und Umgebung Schloss PillnitzDas Schloss Pillnitz ist wohl eins der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele am Rande von Dresden. Die Anlage teilt sich in das an der Elbseite liegende Wasserpalais, das zum Hang liegende Bergpalais und das an östlicher Seite gelegene Neue Palais auf. Lezteres verbindet Berg- und Wasserpalais miteinander und schließt so den Lustgarten ein, der Richtung Westen durch den Schlossgarten ergänzt wird. Gebaut wurden zuerst das Wasser- und Bergpalais von Matthäus Daniel Pöppelmann im Auftrag von August dem Starken in den Jahren 1720 bis 1723. Das Neue Palais folgte dann erst 1822 bis 1826 unter Bauleitung von Christian Friedrich Schuricht. In dieser Zeit wurden auch der Küchenflügel und der Kappellenflügel gebaut, die sich an der Rückseite befinden. 

Die berühmte japanische Kamelie

Wandern in Dresden und Umgebung KamelieDer Lustgarten ist der älteste Teil der Parkanlage um Pillnitz. Hier findet man auch die Tritonengondel, welche um 1790 gebaut wurde und heute die einzig noch erhaltene ist. Sie diente dazu, die Fürstlichkeiten auf der Elbe spazieren zu fahren. Im Schlosspark steht auch noch eine weitere Berühmtheit, eine japanische Kamelie. Mit einem Alter von 220 Jahren gehört sie zu den ältesten in Europa wachsenden Kamelien. Sie hat einen Kronendurchmesser von ca. elf Metern und eine Höhe von 8,6 Metern. Das ist aber lange nicht die einzige Besonderheit an diesem Baum. Denn dieser Baum hat sein eigenes fahrbares Glashaus, das zum Schutz vor den Witterungsbedingungen von Oktober bis Mai über den Baum gefahren wird. Entwickelt und gebaut wurde das Glashaus 1992, es wiegt satte 54 Tonnen und umfasst einen Luftraum von 1864 Kubikmetern.

Man kann sicher noch viel mehr über Pillnitz erzählen, doch das würde den Rahmen eines Spaziergangs bei weitem sprengen. Wenn ihr allerdings gern mehr darüber lesen wollt, lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ansonsten geht es für uns von hier aus nun langsam zum Parkplatz zurück und damit zum Ende unseres Spaziergangs.

Ich hoffe, mein kleiner Beitrag und die Bilder haben euch gefallen. Wer mehr Bilder von mir sehen möchte, findet mich auch auf Instagram oder Facebook. Wenn ihr informiert werden wollt, sobald ein neuer Beitrag erscheint, könnt ihr euch gern für meinen Newsletter anmelden oder ihr folgt mir auf Twitter. Das GPX zur Route findet ihr wie immer oben im Beitrag zum Download.

Fragen und Anmerkungen gern in die Kommentare und dann bis zum nächsten Mal, wenn’s wieder heißt: „Unterwegs im Freien“.

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